 Der Problematische SchmerzpatientEine Einführung in schmerzphysiologische Mechanismen und kognitiv-verhaltenstherapeutische Schmerzmanagement StrategienDieser Kurs bezieht sich auf aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse aus dem Bereich der Grundlagenwissenschaften und klinischen Forschung, um einen Einblick in sowohl akute als auch chronische Schmerzmechanismen und deren Therapien zu ermöglichen. Nozizeptive und neuropathische Komponenten werden vor dem Hintergrund von einflussreichen modulierenden kognitiven und emotionalen Einflüssen diskutiert. Pathologische und psychosoziale Beiträge zu chronischen Schmerzen und funktioneller Behinderung werden beschrieben. Es wird verdeutlicht, dass in beiden Fällen Veränderungen in der Verarbeitung von sensorischen Informationen im Zentralnervensystem vorliegen können. Weiterhin wird gezeigt, dass diese Veränderungen in den Schmerzbahnen im Rückenmark eine erstaunliche Ähnlichkeit zu solchen haben, die mit Lernvorgängen und (Langzeit-) Gedächtnis-Mechanismen in supraspinalen Zentren im Gehirn einhergehen. Wissen um diese Prozesse kann dann im Rahmen des 'clinical reasoning' eingesetzt werden, um Strategien zur Entscheidung über sinnvolle passive physikalische Maßnahmen und aktive Bewegungsübungen in einer Reihe von 'problematischen' Schmerzpatienten zu entwickeln. Entscheidende Überschneidungen lassen sich mit Prinzipien aus der Kognitiven Verhaltenstherapie finden, welche wissenschaftlich nachweisbare positive Einflüsse auf die Schmerzwahrnehmung und das Schmerzverhalten eines Patienten ausüben können. Im Laufe des Kurses werden gezielte Schmerzmanagement Strategien mit Referenz zu ihrer neurobiologischen Grundlage unterrichtet. Es gibt keine allgemeingültige 'Technik', um chronischen Schmerz zu behandeln. Jedoch ein Verständnis der möglichen zu Grunde liegenden Schmerzmechanismen, ein Bewusstsein über psychosoziale Risikofaktoren ('yellow flags') und eine bewusste therapeutische Interaktion können einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung und Progression von einer schmerzhaft bedingten funktionellen Behinderung haben. Termin 2012| 89/12 | 07.12.-09.12.12 | Boppard |
Kenntnisvoraussetzung abgeschlossene Ausbildung als Physiotherapeut bzw. abgeschlossenes Medizinstudium DozentinMartina Egan Moog (MSc, Post Grad Manip Ther, Dip PT) Deutsche Physiotherapeutin mit einer postgraduierten Qualifikation von der Curtin Universität in Perth, West Australien. Ihre Studienarbeit untersuchte Schmerzmechanismen und psychologische Faktoren bei chronischen Schleudertrauma Patienten. Mehrjährige klinische Arbeit im Rahmen eines interdisziplinären kognitiv-verhaltenstherapeutischen Programms am Schmerzmanagement und Schmerz-forschungsinstitut an der Universität Sydney. Publikationen und Vorträge zu dem Thema Integration von kognitiv-verhaltenstherapeutischen Strategien im Rahmen eines Manualtherapeutischen Ansatzes. Zurzeit unterrichtet sie an verschiedenen Fachhochschulen für Physiotherapie, übernimmt Übersetzertätigkeiten, publiziert im Bereich Fachliteratur mit verschiedenen Verlagen. Sie ist Instruktorin im Team der NOI (Neuro-Orthopädisches-Institut, Adelaide: www.noigroup.com). Kursgebühr| Mitglieder* | Nichtmitglieder | | € 240,00 | € 270,00 |
Gebühren aus dem Ausland sind spesenfrei zu überweisen. *Physiotherapeuten in der DAfPT, DGSS, DAMT-ÄMM, DAMT-MWE Die Kurse beginnen am ersten Tag um 13:30 Uhr und enden am letzten Tag um 14:30 Uhr. zurück zur Übersicht |